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Qassam Embleme
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Charta der Islamischen Widerstandsbewegung Hamas
Präambel
Dies ist die Charta der Islamischen Widerstandsbewegung (im folgenden abgekürzt Hamas), die ihre Form, Identität und Haltung verdeutlicht, ihre Hoffnungen und Bestrebungen erklärt und dazu aufruft, ihr zu helfen. Unser Kampf mit den Juden ist ein sehr großer und schwerer, ein Schritt, dem weitere folgen müssen, ein Bataillon, das Bataillone über Bataillone aus der weiträumigen arabischen und islamischen Welt unterstützen müssen, bis die Feinde eine Niederlage erleiden und sich der Sieg Allahs offenbart.
Artikel 1
Der Islam ist der Weg der Hamas, aus ihm leitet sie ihre Ideen und Konzepte über die Welt, das Leben und den Menschen ab; auf ihn bezieht sich all ihr Handeln.
Artikel 2
Die Hamas ist ein Flügel der Muslimbrüder (arabisch: al-ichwan al-muslimun- einflussreiche islamische-fundamentalistische Bewegungen im Nahen Osten, 1928 von Hasan al-Banna in Ägypten gegründet).
Artikel 3
Die Grundstruktur der Hamas besteht aus Muslimen, die Allah ihre Treue gaben und ihm dienen, wie es ihm wahrlich gebührt. Sie erhoben das Banner des Dschihad im Angesicht der Unterdrücker, um das Land und die Diener Allahs von deren Schmutz, Infamie und Übel zu erlösen.
Artikel 4
Die Hamas heißt jeden Muslim willkommen, der ihren Glauben annimmt, sich ihre Idee zu Eigen macht, sich an ihren Weg hält, ihre Geheimnisse wahrt und darum bittet, in ihren Reihen einzutreten, um die Pflicht zu erfüllen. Sein Lohn wird ihm von Allah zuteil.
Artikel 5
Die zeitliche Dimension der Hamas erstreckt sich bis zur Geburt der islamischen Botschaft und den frommen Vorfahren; Allah ist ihr Ziel, der Gesandte Allahs ihr Vorbild, der Koran ihre Verfassung. Ihre räumliche Dimension: überall, wo Muslime den Islam als ihre Lebensweise annehmen.
Artikel 6
Die Hamas als eine einzigartige palästinensische Bewegung wirkt dafür, Allahs Banner auf jeden Fußbreit Palästinas zu hissen. Nur unter dem Islam können andere Religionen zusammenleben. Ohne den Islam kommt Zwietracht auf, greift Unrecht um sich, verbreitet sich Unmoral und entstehen Kriege.
Artikel 7
Auf Grund der weltweiten Verbreitung der Muslime, die dem Weg der islamischen Widerstandsbewegung folgen, ist die Hamas eine weltweite Bewegung, ein Glied in der Kette des Dschihad gegen die zionistische Invasion. Sie ist verbunden mit den Erhebungen des Märtyrers Izz ad-Din al-Qassam und den der Muslimbrüdern von 1936 (arabischer Aufstand im britischen Mandatsgebiet), sowie den Kriegen von 1948 (unmittelbar nach der Staatsproklamation Israels), von 1968 (Sechstagekrieg) und danach. Auch wenn die Kontinuität des Dschihad verhindert worden ist, so strebt die Hamas danach, das Versprechen Allahs zu verwirklichen, solange es auch dauern mag. Die Stunde der Auferstehung wird nicht eher kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten.
Artikel 8
Die Losung der Hamas: Allah ist ihr Ziel, der Gesandte Allahs ihr Vorbild, der Koran ihre Verfassung, der Dschihad ihr Weg und der Tod für die Sache Allahs ihr erhabenster Wunsch.
Artikel 9
Die Hamas erkannte, dass der Islam im heutigen realen Leben nicht mehr präsent war, und daher die Maße aus dem Gleichgewicht und die Begriffe Durcheinander geraten waren. Übeltäter waren an der Macht. Es herrschte Unrecht und Finsternis. Heimatländer wurden usurpiert, Menschen vertrieben. Das Unrecht herrschte über das Recht. Daher besteht das Ziel darin, das Unrecht zu bekämpfen, die Heimat zurück zu erobern und alle Dinge wieder an ihren rechten Platz zu stellen.
Artikel 10
Die Hamas ist eine Stütze für jeden Unterdrückten und bietet jedem Unrecht Leidenden Beistand mit ganzer Kraft in Wort und Tat und überall.
Artikel 11
Die Hamas geht davon aus, dass das Land Palästina über Generationen von Muslimen ein islamisches Waqf (arabisch: fromme, unveräußerliche Stiftung) ist und bleibt bis zum Tag der Auferstehung. Es darf weder ganz noch teilweise aufgegeben werden. Kein arabischer Staat, kein König oder Präsident und keine palästinensische oder arabische Organisation ist berechtigt, Verzichtserklärungen abzugeben, denn Palästina gehört nach der Scharia allen Muslimen. Dies ist das Resultat der Beratungen zwischen dem Kalifen Umar al-Khataib und den Gesandten Allahs nach der Eroberung von Damaskus und Bagdad.
Artikel 12
Die Hamas betrachtet den Patriotismus als Bestandteil der Religion, und wenn der Feind das Land der Muslime betritt, ist es erhabenster Patriotismus den Dschihad gegen ihn zu führen. Dies ist die Pflicht jedes Muslims und jeder Muslimin. Die Frau zieht in den Kampf auch ohne Erlaubnis ihres Ehemanns, wie der Sklave ohne Zustimmung seines Herren. Kein anderes System kennt etwas Vergleichbares. Wenn andere Patriotismen mit materiellen Motiven zusammenhängen, so stellt der Patriotismus der Hamas darüber hinaus das göttliche Motiv.
Artikel 13
Die Initiativen und so genannten Friedenslösungen sowie die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästina-Frage widersprechen dem Bekenntnis der Hamas, weil die Aufgabe auch nur eines Teils von Palästina bedeuten würde, einen Teil der Religion aufzugeben. Bisherige Konferenzen waren lediglich eine Spielart unter Vielen, um den Ungläubigen die Herrschaft über palästinensischen Boden zu ermöglichen. Die Juden und Christen werden nicht mit dir zufrieden sein, solange du nicht ihrem Bekenntnis folgst. Die rechte Leitung ist allein die von Allah. Eine Lösung für die palästinensische Frage gibt es nur durch den Dschihad. Internationale Konferenzen sind Zeitverschwendung und unsinniges Spiel.
Artikel 14
Die Befreiung Palästinas steht im Zusammenhang mit drei Kreisen: den palästinensischen, arabischen und islamischen Kreis. Jedes der drei Kreise hat seine Rolle und seine Pflichten in der Auseinandersetzung mit dem Zionismus. Es wäre ein schädlicher und törichter Fehler, einen dieser Kreise zu vernachlässigen, denn Palästina ist islamisches Land: hier befindet sich die Qibla (die vom Koran vorgeschriebene Gebetsrichtung der Muslime ist die Kaaba in Mekka, dem höchsten Heiligtum des Islam, wo immer sich der Gläubige auf Erden befindet. Jerusalem galt als Qibla nur bis zur Auswanderung von Mohammed nach Medina) und der drittheiligste Ort der Himmelsreise des Gesandten Allahs.
Artikel 15
Um der Usurpation Palästinas durch die Juden zu begegnen, muss das Banner des Dschihad in der Umma (arabisch: Gemeinschaft allr Muslime, vergleichbar mit dem europäischen Begriff der Nation) erhoben werden auf lokaler, arabischer und islamischer Ebene. Dafür ist es unabdingbar die Religionsgelehrten, die Erzieher und Lehrer, die Beschäftigten in den Medien und im Publikationswesen und die Intellektuellen an dem Prozess der Bewusstseinsbildung zu beteiligen. Es müssen substantielle Änderungen an den Bildungsprogrammen vorgenommen werden, um sie von den Folgen der geistigen Invasion durch Missionare und Orientalisten zu befreien. Die Palästinafrage muss im Geiste der muslimischen Generationen so verankert werden, dass sie als religiöse Frage verstanden und behandelt wird. Denn zu Palästina gehört die Al-Aqsa-Moschee, die mit der Moschee in Mekka untrennbar verbunden ist, aufgrund der nächtlichen Himmelsreise des Gesandten Allahs, solange es Himmel und Erde gibt. "Bei Allah und der Seele Muhammeds! möchte ich Wahrhaftig kämpfen und getötet werden, nochmals und immer wieder kämpfen und getötet werden." (Überliefert v. Al- Buchari, Muslim, At- Trimiddi und Ibn- Madja)
Artikel 16
Die Erziehung der islamischen Generation in unserer Region erfordert eine islamische Erziehung, die auf die religiösen Pflichten, das bewusste Studium des Korans, der Suna, der Geschichte und des islamischen Erbes gerichtet ist. Ebenfalls besteht die Notwendigkeit, aufmerksam den Feind, seine Möglichkeiten, Stärken und Schwächen zu erkennen sowie die aktuellen Ereignisse zu verfolgen und mit den Neuentwicklungen schritt zu halten.
Artikel 17
Die Muslimische Frau hat im Befreiungskampf eine nicht geringere Rolle als der Mann, denn sie bringt die Männer zur Welt und ihre Rolle besteht in der Erziehung und Orientierung der jungen Generation. Die Feinde versuchen über die Medien, den Erziehungs- und Lehrprogrammen, mittels ihrer Protege´s und durch zionistische Organisationen unterschiedlicher Namen und Formen wie der Freimaurerei, den "Rotary-Clubs", Spionagegruppen usw. die Islamischen Frauen in eine Richtung zu lenken und zu formen, die sie vom Islam entfernt. Diese zionistischen Organisationen setzen gewaltige Mittel ein, um die Gesellschaften zu dominieren und den Islam aus der Arena zu verdrängen.
Artikel 18
Die Frau in der kämpfenden Famile, ob Mutter oder Schwester, hat die wichtigste Rolle zu erfüllen in der Sorge um das Haus, der Formung der Kinder im Sinne der aus dem Islams hergeleiteten moralischen Werte, in der Erziehung der Kinder zu religiöser Pflichterfüllung und zur Vorbereitung auf ihre Rolle als Dschihadi (heilige Krieger). Den Schulen und Lehrprogrammen ist unbedingte Aufmerksamkeit zu schenken, damit sie muslimische Mädchen für ihre Rolle als bewusste Mütter im Befreiungskampf befähigen. Muslimische Frauen sind gläubig, demütig, geduldig, bescheiden. Sie spenden, fasten und achten darauf, dass ihre Scham bedeckt ist.
Artikel 19
Die Kunst folgt Regeln und Kriterien, die es ermöglichen, islamische von heidnischer Kunst zu unterscheiden. Islamische Kunst betrachtet den Menschen als Geschöpf aus einer Hand voll Lehm und einem Hauch von Geist. Heidnische Kunst spricht den Körper an und lässt den Aspekt des Lehms überwiegen. Das Buch, der Artikel, der Bericht, die Predigt, Gedichte, Poesie, die Hymne, das Theater usw. gehören, wenn die Merkmale der islamischen Kunst, darin vorkommen, zu der geistigen Mobilisierung der im langen Kampf ermüdenden Seelen.
Artikel 20
Die muslimische Gesellschaft ist eine solidarische Gemeinschaft, die nach den Worten des Gesandten Allahs alles, was sie besitzt, zusammenlegt und gleichmäßig aufteilt. Dieser islamische Geist muss in jeder muslimischen Gesellschaft vorherrschen, die sich einem bösartigen, nazistischen Feind entgegenstellt. Vom Nazismus der Juden sind auch Frauen und Kinder betroffen. Mit ihren abscheulichen Taten gehen sie wie die schlimmsten Kriegsverbrecher mit den Menschen um (Vertreibung und Raub der Heimat, Zerstörung des Eigentums, Finstere Gefängnisse, Kollektivstrafen, Verfolgung im Exil usw.) Dabei griff er dazu, Knochen zu brechen, das Feuer auf Frauen, Kinder und Alte zu eröffnen. Angesichts dieser Vorgehensweise muss soziale Solidarität zwischen den Menschen herrschen.
Artikel 21
Zur sozialen Solidarität gehört es, den Bedürftigen materiell und moralisch zu unterstützen. Die Hamas-Mitglieder betrachten die Interessen der Massen als ihre eigenen. Sie haben zu verhindern, dass nichts aufs Spiel gesetzt wird, was zukünftige Generationen schadet.
Artikel 22
Die Feinde betreiben seit langem ihre Planungen. Dabei bedienten sie sich der Mittel, die den Gang der Dinge beeinflussen: Sie häuften gewaltigen Reichtümer an und erlangten die Kontrolle über die internationalen Medien. Sie lösten Revolutionen an vielen Orten der Welt aus, um ihren Einfluss und Gewinn zu steigern, so die Französische, die kommunistische ua. Revolutionen. Mit ihrem Vermögen bildeten sie Geheimorganisationen, um die Gesellschaften zu zerstören und zionistische Interessen zu verwirklichen, wie Freimaurertum, Rotary- und Lions-Clubs, die Söhne des Bundes(Bund- eine nicht zionistische, jüdische Partei Russlands und Mitglied der kommunistischen Internationale) u.a. Es sind allesamt subversive Spionageorganisationen. Mit dem Vermögen konnten sie die Kolonialstaaten kontrollieren, die Reichtümer der Kolonien abschöpfen und dort ihre Unmoral verbreiten. Sie standen hinter dem Ersten Weltkrieg, mit dem sie es schafften das islamische Kalifat zu beseitigen, die Balfour- Erklärung für sich zu erreichen und den Völkerbund schufen, mit dessen Hilfe sie die Weltherrschaft anstrebten. Sie standen hinter dem Zweiten Weltkrieg, wo sie gewaltige Profite mit Kriegsgütern erzielten, die Errichtung ihres Staates anbahnten und den Völkerbund durch die UNO und den Sicherheitsrat ersetzten, mit denen sie die Welt beherrschen. Es gibt keinen Krieg, wo sie nicht mitmischen. Ihr Gläubigen! Nehmt euch vor Menschen in Acht, die außerhalb eurer Gemeinschaft stehen!
Artikel 23
Die Hamas betrachtet die anderen islamischen Bewegungen mit Respekt und Wertschätzung. Solange ihre guten Absichten und ihre Ergebenheit zu Allah erkennbar sind, sucht die Hamas, auch bei Meinungsunterschieden das Banner der Einheit, auf der Grundlage von Koran und Suna, hochzuhalten.
Artikel 24
Die Hamas erlaubt es nicht, Individuen oder Gruppen zu verleumden, denn der Gläubige ist kein Böser und Verfluchter; Zugleich hat die Hamas das Recht, auf den Irrtum anderer zu verweisen und die objektive Wahrheit zu vertreten. Die Weisheit ist es, die der Gläubige sucht. Er nimmt sie an, wo immer er sie findet.
Artikel 25
Die Hamas unterstützt alle Palästinenser solange sie ihre Loyalität nicht dem kommunistischen Osten oder dem kreuzzüglerischen Westen geben. Sie bekräftigt im Gespräch mit Jedermann, ihre kämpferische Position (Dschihadiya), die den Opportunismus verabscheut, dem Einzelnen und den Gruppierungen nur das Beste wünscht, keine materiellen Gewinne und eigenen Ruhm anstrebt. Was ihr gegeben ist ("Und rüstet für sie, soviel ihr an Kriegsmacht vermögt aufzubringen"), ist einzig Pflichterfüllung und Allahs Gnade. Sie versichert allen patriotischen Tendenzen unter den Palästinensern Unterstützung zu in Wort und Tat, jetzt und in Zukunft. Sie bewahrt und zerstört nicht, Sie vereint und trennt nicht. Nebensächliche Divergenzen verschließt sie sich, Gerüchten und Propaganda schenkt sie kein Gehör. Sie verweist auf ihr Recht der Selbstverteidigung.
Artikel 26
Die Hamas als patriotische, palästinensische Bewegung, die weder dem Osten noch dem Westen gegenüber loyal ist, lässt es sich nicht nehmen, der palästinensischen Sache betreffende neue Entwicklungen in der lokalen und globalen Arena, objektiv zu prüfen und zu diskutieren, inwieweit sie mit dem nationalen Interesse im Lichte des Islam übereinstimmen oder nicht.
Artikel 27
Die PLO ist der Hamas die am nahesten stehende Bewegung. Unter dem Einfluss von Orientalismus, Mission und Kolonialismus hat diese Organisation die Idee eines säkularen Staates Palästina übernommen. Säkulare Ideen widersprechen gänzlich der Religion. Ohne die Rolle der PLO in der arabisch-israelischen Auseinandersetzung zu schmälern, können wir doch nicht den islamischen Charakter Palästinas jetzt und für die Zukunft durch säkulare Ideen ersetzen. Am Tag, an dem die PLO den Islam als Lebensweise annimmt, werden wir ihre Soldaten sein und Brennstoff ihres Feuers, das die Feinde verbrennt. Bis dies geschieht, wird die Hamas zur PLO die Haltung eines Sohnes zu seinem Vater, eines Bruders zu seinem Bruder einnehmen. Wer keinen Bruder hat, ist wie ein in den Kampf Eilender ohne Waffen.
Artikel 28
Die zionistische Invasion bedeutet Zersetzung, Infiltration, Spionage, die sich im großen Maße auf Geheimorganisationen, wie die Freimaurer, die Rotary- und Lions-Clubs u.a. stützen. Die offenen und geheimen zionistischen Organisationen haben die Zerstörung des Islam zum Ziel. Sie stehen hinter dem Handel mit Drogen und Alkohol. Die an Israel angrenzenden arabischen Staaten sind aufgerufen, ihre Grenzen für die Kämpfer der ganzen islamischen Welt zu öffnen, damit diese am Kampf für die Befreiung Palästinas teilnehmen können. Alle übrigen islamischen Staaten sind aufgerufen, Ein- und Ausreiseformalitäten der Kämpfer zu erleichtern- das ist das Mindeste. Israel ist mit seinem jüdischen Charakter und seinen Juden eine Herausforderung für den Islam. So mögen die Augen der Feiglinge nicht schlafen.
Artikel 29
Die Hamas bittet um umfassenden Beistand aller nationalen, religiösen und intellektuellen Gremien und Organisationen der islamischen Welt. Um diesen Beistand zu einer strategischen Dimension zu machen, müssen die islamischen Völker mobilisiert werden im Denken und Handeln, wie einst bei der Niederlage der Kreuzzügler, der Vertreibung der Tataren und der Rettung der menschlichen Zivilisation.
Artikel 30
Die Schriftsteller, Intellektuellen, Medienleute, Prediger, Erzieher und Lehrer sowie die Menschen aus anderen Bereichen in der arabischen und islamischen Welt werden aufgerufen, ihren Beitrag für den Dschihad zu leisten, denn dieser ist nicht beschränkt auf das Tragen von Waffen. Das gut Wort, der treffliche Artikel, das nützliche Buch gehören dazu.
Artikel 31
Die Hamas ist eine humane Bewegung, die die Menscherechte achtet und Toleranz gegenüber andere Religionen übt. Muslime, Christen und Juden können nur unter der Souveränität des Islams in Frieden miteinander leben, sonst gibt es nur Gemetzel, Folter und Vertreibung.
Artikel 32
Der internationale Zionismus und die kolonialistischen Kräfte versuchen durch schlaue Bewegung und sorgfältige Planung, die arabischen Staaten nacheinander vom Kampf gegen den Zionismus herauszulösen, um das palästinensische Volk zu isolieren. Mit dem verräterischen Camp-David-Abkommen haben sie Ägypten weitestgehend aus dem Kampf herausgeführt. Die Hamas weist auf die Notwendigkeit hin, die Massen über die Gefahr der Isolierung vom Kampf, aufzuklären, denn heute ist es Palästina, morgen ein anderes Land. Das zionistische Vorhaben ist grenzenlos, und nach Palästina werden sie eine Expansion anstreben vom Nil bis zum Euphrat. Wenn sie das verschlungen haben werden sie nach weiteren Expansionen trachten. Dieses Vorgehen steht in den Protokollen der "Weisen von Zion" (ein aus mehreren fiktionalen Texten zusammengestelltes antisemitisches Pamphlet, welches eine jüdische Weltverschwörung imaginiert. Es ist seit langem als offizielle Fälschung entlarvt und in vielen Ländern verboten). Die Hamas betrachtet sich im Kampf gegen den internationalen Zionismus als Speerspitze. Wer die Arena des Kampfes gegen den Zionismus verlässt begeht Hochverrat und ein Fluch, für jene die ihn begehen.
Artikel 33
Ausgehend von ihren allgemeinen, mit den Gesetzmäßigkeiten des Seins übereinstimmenden Konzepten, ruft die Hamas alle arabischen und islamischen Völker, Regierungen, Organisationen und Gremien auf, in ihrer Sicht der Islamischen Widerstandbewegung und im Umgang mit ihr, Allah zu fürchten und seinem Wunsch gemäß ihre Organisation zu unterstützen und ihr immer wieder Beistand zu gewähren. "Allah wird es ihnen danken. Allah ist stark und mächtig".
Artikel 34
Palästina ist Zentrum der Erde, Treffpunkt der Kontinente und daher Gegenstand der Gier für die Gierigen seit dem Anbruch der Geschichte. Der Gesandte Allahs verweist in einem Hadith (im islamisch-religiösen Gebrauch als Anweisung, Empfehlung, Billigung des Propheten) auf das Land Asch-Scham, von El-Arisch (Ägyptische Sinai-Halbinsel) bis zum Euphrat (Irak), dessen Bewohner, so sie einem Leben dort den Vorzug geben, sich bis zum Tag der Auferstehung für ein Leben im Dschihad entscheiden. Die Gierigen schickten Heerscharen von Kreuzfahrern nach Palästina um die Muslime für lange Zeit zu schlagen. Die Muslime konnten es erst zurückerobern, als sie Allah priesen, sich unter seinem Schutzbanner stellten und unter Führung von Salach-Adin für zwei Jahrzehnte als Mudschahedin in den Dshihad zogen. Das ist der einzige Weg zur Befreiung, wie die Geschichte bezeugt. Es ist ein Gesetz der Existenz.
Artikel 35
Die Hamas schaut auf die Niederlagen der Kreuzfahrer dank Salach-Adin und der Tataren bei Ein-Djalut durch Kutuz und Az-Zahir Baibar als Beispiele dafür, wie es den zionistischen Eroberern ergehen wird, wenn die Muslime die Erfahrungen der Vergangenheit beherzigen, sich von den Folgen der geistigen Invasion befreien und den Bräuchen ihrer Vorfahren folgen.
Schluss
Die Hamas bekräftigt gegenüber dem eigenen Volk sowie den arabischen und islamischen Völkern immer und immer wieder, dass sie weder eigenen Ruhm oder materiellen Gewinn noch gesellschaftliche Posten anstrebt, dass sie gegen keinen der Söhne unseres Volkes in Konkurrenz steht und allen Vereinigungen und Organisationen, die gegen den zionistischen Feind und unter dessen Einfluss Stehenden aktiv sind, ihre Hilfe anbietet. Die Hamas stützt sich auf den Islam als Lebensweise; er ist ihr Glaube und ihm ist sie verpflichtet. Wer sich auf den Islam als Lebensweise stützt, ob Organisation, Staat oder in anderer Form, dem wird die Hamas als Soldat dienen, sonst nichts. Unser abschließendes Gebet heißt: Gelobt sei Allah, der Herr der Welt
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Die Hamas und ihre Charta
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Die Hamas wurde 1987 von Führern der Muslimbrüder in Gaza als (sunitische) islamische, Widerstandsbewegung der Palästinenser gegründet. Ihr spiritueller Vater war Scheich Achmed Yassin. Aus dem arabischen Akronym HMS für Harakat al-muqawama al-islamiyya, was soviel wie "Bewegung des islamischen Widerstands" bedeutet, wurde der griffigere Name HAMAS, arabisch "Eifer". Mit Hamas bekam die PLO erstmals einen Konkurrenten, der seine politischen Plattformen auf den Islam aufbaute. Bald flammten Auseinandersetzungen zwischen beiden Organisationen auf, die in blutige Bürgerkriege übergingen. Nachdem sie anfangs zum Boykott von Wahlen aufrief, hat die Hamas an den Wahlen am 25. Januar 2006 teilgenommen, bei denen sie auf Anhieb die absolute Mehrheit der Mandate erhielt.
Israel ließ die religiösen Eiferer lange gewähren und erteilte, als Besatzungsmacht in Gaza, Konzessionen für den Bau neuer Moscheen und der Errichtung des Islamischen Zentrums von Gaza. Außerhalb der palästinensischen Gebiete ist die Hamas vor allem wegen ihrer Selbstmordattentate und andere Angriffe auf israelische Zivilisten bekannt geworden. Die Hamas und ihre Unterorganisation, die Izz-ad-Din-al-Qassam-Brigaden, werden von der EU, Australien, Kanada, Israel, USA ua. Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft. In Jordanien ist sie verboten.
In Deutschland gründete die Muslimbrüderschaft 1981 den Islamischen Bund Palästina (IBP ca. 300 Mitglieder), der seit 1987 die Positionen der Hamas vertrat. In Berlin wurde ein Islamisches Kultur- und Erziehungszentrum gegründet, wo im Juni 2000 auch der 19. Jahreskongress der IBP stattfand. Die IBP sammelte über den 1991 in Aachen gegründeten Verein "Al-Aqsa e.V." auch Spendengelder zur Unterstützung der Intifada. Seit dem 5. August 2002 hat die Regierung den Verein verboten. In einem langjährigen Rechtstreit entschied das Bundesverwaltungsgericht am 3. Dezember 2005 das Verbot für rechtmäßig, und der Verein wurde aufgelöst. Strukturen Politische Führung
Politik und Ideologie erklären die Verfasser am besten selbst mit ihrer Charta. Hier die gekürzte Fassung. Kürzungen ergaben sich lediglich durch Streichung von wörtlichen Wiederholungen sowie durch Weglassen von Synonymen und Umschreibungen, sofern sie die Substanz der Aussage nicht beeinträchtigen. Die häufige Verwendung von Suren des Korans und Traktaten aus den so genannten Überlieferungen wurden ausgelassen, weil durch Übereifer eher die Gefahr der Diskriminierung der islamischen Religion besteht.
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